Vogel Apotheke

Wer Haustiere hält, sollte immer eine spezielle Apotheke für die jeweilige Haustierart parat haben. Somit kann man im Notfall schnell mit einer „Erste Hilfe“ reagieren. Wichtig ist jedoch, dass man sich die Anwendung einiger Produkte vorher vom Tierarzt genauestens erklären lässt. (Zum Beispiel das Füttern mit einer Spritze oder das Krallen schneiden etc..). Es sollte für jede Tierart eine spezielle Apotheke vorhanden sein. Somit ist gewährleistet, dass das richtige Produkt im Notfall schnell zur Hand ist. Es gibt auch Tierärzte, welche gefüllte, artgerechte Apotheken anbieten.

Es ist sehr wichtig, dass nach einem vom Besitzer behandelten Notfall, noch ein artspezifischer Tierarzt aufgesucht wird!

Was gehört alles in eine Vogel - Apotheke

 

In einer Apotheke sollte folgendes vorhanden sein:

  • Bachblüten Rescue PETS Tropfen ohne Alkohol (Notfalltropfen) Sie werden dem Vogel in den Schnabel gegeben bei Schock, Stress, Verletzungen etc.. Die Tropfen beruhigen in solchen Situationen. Sie können zB. auch vor einem Tierarztbesuch/Transport verabreicht werden.
  • Stop hemo Watte /Clauden Watte sind Blutstillende Watten. Ausser in den Schnabel kann sie überall am Vogel angewendet werden. Es sollten keine Blutstillenden Mittel verwendet werden, welche Eisenchlorid enthalten, dies kann zu Verätzungen führen.
  • Traumeel vet. (Homöopathische Komplexmittel). Es werden Ampullen, Salben, Gel und Tabletten angeboten. Wirkt bei Arthrose, Prellungen, Verstauchungen, Zerrungen, Schwellungen.
  • Heilerde gegen Sodbrennen, säurebedingte Magenbeschwerden; Reizdarm und Reizmagen. Besteht Durchfall, welcher länger anhält, sollte aber dringend ein Tierarzt aufgesucht werden, da die Ursache gefunden werden muss!
  • INJEKT Einmalspritzen 2 ml und 10 ml
  • Desinfektionsmittel Sollte der Vogel eine offene Wunde haben, muss diese unbedingt desinfiziert werden, damit keine Entzündungen entstehen. Octeniseptlösungen eignen sich sehr gut, da sie nicht brennen. Auch Betaisodonallösung ist gut, brennt aber.
  • Kochsalzlösung Sie sollte in keiner Apotheke fehlen. Verschmutze Wunden kann man sehr gut damit ausspülen. Auch sie brennt nicht.
  • Aufzuchtsfutter Nutri Bird A19/A21 Die wissenschaftlich fundierte Zusammensetzung enthält alle Nährstoffe, welche der Babyvogel braucht. Enthält Darmflorastabilisatoren, Prebiotika, Verdauungsenzyme und organische Säuren um die Verdauung zu fördern. Deshalb ist es auch sehr gut, wenn man einen erwachsenen, kranken Vogel zu Hause hat. Auch hier kann das Aufzuchtsfutter angeboten werden. Nicht zu verwechseln mit Kraftfutter/Eifutter!
  • Salben  Panthensalbe, Ringelblumensalbe und Echinacea-Gel sollten auch in keiner Apotheke fehlen. Sie wirken desinfizierend, pflegend bei spröder, rissiger oder leicht entzündeter Haut.
  • Wattestäbchen können u.a. zum Auftragen von Salben und Lotionen benutzt werden.
  • Zahnstocher können als „Beissholz“ bei kleineren Vögeln verwendet werde. Wenn man dem Vogel den Schnabel behandeln muss. Schiebt man den Zahnstocher zwischen den Schnabel, kann der Vogel nicht zubeissen. Auch als kleine Schiene, könnte er als Notfall benutzt werden. Dies sollte aber nur unter korrekter Anleitung gemacht werden!
  • Verbandsmaterial Auf keinen Fall sollten herkömmliche Pflaster verwendet werden, da diese zu stark kleben. Klebende Materialien sollten niemals am Gefieder angebracht werden. Da sollte zuerst ein Polster aus Verbandswatte gemacht werden. Zum Fixieren eignen sich selbsthaftende Verbände.
  • Schere (abgerundet), Schere (normal), Pinzette
Wichtig:
  • Die Mindesthaltbarkeit sollte immer regelmässig bei allen Präparaten überprüft werden! Abgelaufene Medikamente etc. sollten nicht mehr verwendet werden.
  • Bei Notfällen, welche man selber versorgt, sollte immer abgewogen werden, ob es noch eine tierärztliche Versorgung braucht. Am besten, man bespricht sich mit dem vogelkundigen Tierarzt.
  • Die Telefonnummer und Adresse des vogelkundigen Tierarztes sollte auch immer griffbereit sein.

Notfall Zubehör

 

Hat man einen medizinischen Notfall bei einem Haustier, ist es sehr wichtig, das richtige Zubehör schnell zur Hand zu haben. Was in eine Apotheke gehört, haben wir auf der separaten Seite „Apotheke“ schon beschrieben.

Was braucht es aber noch, wenn ein Vogel krank wird oder eine Verletzung hat?

Kecher

Dies ist wohl eines der wichtigsten Hilfsmittel in der Vogelhaltung. Egal ob Krankheit oder nur das Schneiden der Krallen, um einen Vogel in der Voliere einfangen zu können, braucht man ein Fangnetz - Kecher. Sicher gibt es zahme Vögel, die einfach zu fangen sind, aber dies sind meist nicht alle. Die Grösse des Kechers sollte der Vogelgrösse angepasst sein. Für Kanarienvögel reicht ein kleiner Kecher aus, aber in dieses Fangnetz passt ein Nymphensittich kaum.

Handschuhe

Sie sind meist ja soo lieb unsere Vögel. Doch werden sie eingefangen fühlen sie sich bedroht und versuchen sich auch zu wehren. Schnell ist ein Finger vor dem Schnabel und - zack - hat der Finger schon eine blutige Wunde. Deshalb ist es ratsam, sich gute Handschuhe anzuziehen, wenn man Vögel (besonders Sittiche/Papageien) fangen muss. Diese sollten aber nicht zu dick sein. Sonst hat man zuwenig Gefühl und Bewegungsfreiheit. Ich selber benutze leichtere Lederhandschuhe oder Reithandschuhe. Man spürt den Biss zwar trotzdem, aber grössere Verletzungen bleiben aus.

Transportbox

Als Transportbox würde ich von kleinen Käfigen abraten. Schnell kann sich ein Flügel in den Stangen verfangen und dem Vogel Verletzungen zufügen. Auch bei Kartonschachteln ist darauf zu achten, dass vom Vogel nicht Löcher reingeknabbert werden, sonst entwischt er noch während des Transportes. Es eignen sich Reptilien- oder Kunststoffboxen für kleine Nager. Auch gibt es bei guten Shops extra Vogel-Transportboxen. Gut ist es, wenn diese nicht transparent sind, so fühlt sich der Vogel sicherer.

Eine Sitzstange hat Vor- und Nachteile: ist der Vogel noch stark genug, kann er sich während der Fahrt gut auf der Stange festhalten. Ist er jedoch zu schwach dazu, kann eine Stange dem Vogel auch Verletzungen zuführen, wenn er zB mit dem Flügel hängen bleibt.

Den Boden sollte man evtl. etwas auspolstern und abdecken. Dies geht am Besten mit Haushaltpapier. Auf diesem kann der Tierarzt gut den Kot begutachten, sofern notwendig. Auf Wasser und Sand sollte während des Transportes verzichtet werden, schliesslich ist man nicht Stunden unterwegs. Wasser wird verschüttet und Sand kann in die Augen kommen, wenn der Vogel nervös wird und flattert.

Auf dem Transport sollte die Box gut geschützt von Wärme und Kälte untergebracht werden. Es ist auch darauf zu achten, dass die Box nicht umkoppen kann.

Es kann natürlich hilfreich sein, wenn ein Vogel - dies geht aber eben nur bei zahmen Vögeln - vorher schon ohne Stress an eine Transportbox gewöhnt wird. Dies sollte regelmässig wiederholt werden. So hat der Vogel bei einem Transport, diesen Stress wenigstens nicht auch noch.

Krankenkäfig

Dieser wird gebraucht, wenn ein Vogel Pflege und Medikamente braucht. Darin muss der Vogel nicht gross fliegen können, aber dennoch genügend Bewegungsfreiheit haben. Müsste der Vogel immer aus der normalen Voliere eingefangen werden, hätten auch alle anderen Vögel Stress. Ausnahme: wenn der Vogel Wochen oder Monate im Krankenkäfig bleiben muss, sollte ihm und seinem Partner unbedingt Flugmöglichkeiten angeboten werden. Je nach schwere der Krankheit muss entweder ein grösserer Käfig bzw. eine Voliere her, oder man muss Freiflug anbieten.

Der Krankankäfig sollte mit Futter- , Wasserschalen und Sand ausgerüstet werden können. Natürlich dürfen Naturäste auch nicht fehlen, auf denen sich der Patient aufhalten kann. 3 Seiten des Käfigs sollten von aussen mit einem Tuch abgedeckt werden, damit sich der Vogel - der sonst ja viel mehr Platz hat um sich zurückzuziehen - etwas Schutz findet.

Die Türchen sollten so gross sein, dass der Pfleger den Vogel problemlos rausfangen kann. Hierfür nimmt man auch wieder den Handschuh und evtl. ein kleines Handtuch mit dem der Vogel gefangen wird. Einen Kecher kann man dabei nicht benutzen.

Fraglich ist auch immer, ob ein zweiter Vogel dazu gesetzt werden soll, damit keiner allein bleibt. Ich mache dies immer abhängig, wie schwer krank der Vogel ist. Kann er sich nicht mehr auf der Stange halten, sitzt nur am Boden und schläft, würde ich ihn alleine lassen. So hat er wirklich Ruhe. Wirkt er aber noch einigermassen Fit und muss vielleicht eine Zeit lang Medikamente kriegen, würde ich ihm einen Partner dazugesellen. So ist das Kranksein nicht ganz so unangenehm. Der Krankenkäfig kann auch neben die sonstige Unterbringung (Voliere) gestellt werden. Natürlich nur, wenn es dem Patienten nicht allzu schlecht geht. So hört und sieht er seine Kumpels, wird aber nicht gestresst von den anderen.

 

Wärmelampe

Hier empfiehlt sich ein Elstein Infrarot Dunkelstrahler mit passender Fassung. Herkömmliche Rotlicht Wärmelampen können, wenn sie über einen längeren Zeitraum eingesetzt werden, zu Schäden an den Augen führen. Und da eine Wärmelampe meistens länger gebraucht wird, sollte man einen Dunkelstrahler nehmen.