Kanarienvogel- stets aufgeweckt

Innenvoliere Zwitscher-Huus
Kanarienvogel Innenvoliere

 

Schon seit ich meinen Mann kenne, wollte er wieder Vögel halten. Ich wehrte mich aber immer dagegen, obwohl ich als Kind immer Vögel besass und sie sehr liebte. Irgendwann fuhren wir an eine Vogelausstellung. An der Ausstellung hatte es auch Kanarienvögel. Als ich diese munteren Vögel beobachtete, verlor ich sofort mein Herz an sie. Dies war der Anfang von unserer Vogelhaltung. Mit der Zeit kamen dann noch andere Sittiche dazu, die mich auch sehr begeistern! Trotzdem möchte ich diese Seite speziell dem Kanarienvogel widmen.

 

Fotos von unseren Vögeln und deren Haltung wurde bei BVET veröffentlicht. Sehen Sie hier: www.bvet.admin.ch/tsp/03973/index.html?lang=de

 

Auf den Kanarischen Inseln, Azoren und auf Madeira lebt die wilde Stammform des Kanarienvogels. Es ist der Kanarengirlitz, die wilde Stammform ist kleiner als die Heimvögel und nur gelb-grün gefärbt. Deren bevorzugter Lebensraum sind lockere Busch- oder Baumlandschaften. Dort ernähren sie sich von vielen Sämereien, kleinen Insekten und Kerbtieren.

 

Kanarienvögel dürfen nie alleine gehalten werden !!!

 

In der Heimvogelhaltung werden drei Zuchtarten angeboten. Dies sind der Farbenkanarien, die Gestalts- und die Positur- und die Gesangskanarien. Es gibt sicher 30 Rassen in unzähligen Farben. Im Handel werden auch Tiere angeboten, die sehr gross sind oder besondere Federstrukturen aufweisen. Von solchen Vögeln würde ich dringend abraten, denn diese Zuchtformen beeinträchtigen die lebenswichtigen Verhaltensformen wie Gefiederpflege oder die Fortbewegung. Oft kann man auch hier schon von Qualzuchten sprechen.

 

Kanarienvögel sind sehr temperamentvoll und begeistern mit ihrem munteren Wesen. Selten sitzen sie still, sind ständig in Bewegung, wirken aber dennoch nicht nervös. Die Hähne erfreuen uns meist mit ihrem wunderschönen Gesang, mit dem sie um eine Henne werben oder ihr Revier begrenzen. Es ist eine veraltete Aussage, die besagt, dass Hähne nur singen, wenn sie alleine gehalten werden. Wir selber besassen mehrere Hähne und Hennen beieinander und täglich wurde von mehreren Hähnen wunderschön gesungen. Falls aber ein Hahn plötzlich für immer verstummen sollte, darf dies kein Grund sein, keine Freude mehr an ihm zu haben!

Kanarienvögel sind tagaktive Tiere. In der Nacht stehen sie meist aufgeplustert auf einem Bein auf den Sitzstangen. Dies deutet also nicht auf eine Krankheit hin. Kanarien sind sehr friedliche und verträgliche Vögel. Aber wenn es um die besten Futterstücke oder Schlafplätze geht, können die Vögel dennoch Streiten. Auch in der Balzzeit können die Hähne einander öfters angreifen. Verletzungen gibt es zum Glück aber selten.

  

Kanarienvögel können 10-15 Jahre alt werden. Für eine artgerechte Haltung sollte auch diesen kleinen Vögeln eine grosse Voliere angeboten werden. Die Masse von L 200 x B 100 x H ca. 200 cm sollten nicht unterschritten werden. In einer gut strukturierten Voliere darf auf keinen Fall die Badegelegenheit fehlen. Kanarienvögel lieben es, mehrmals Täglich ausgiebig zu baden. Ein Schlafnest hingegen, benötigen sie nicht.

 

Der Kanarienvogel lebt - ausser in der Brutzeit - in lockeren Gruppen. Zur Brutzeit leben sie Paarweise. Kanarienvögel sind nicht monogam, wechseln also regelmässig ihre Partner. In der Brutzeit trillern die Hähne ihren Lockruf, um eine Henne für sich zu gewinnen. Wenn zwei sich gefunden haben, beginnt das Weibchen mit dem Nestbau. Das Nest besteht aus Blättern, Moos, Gräsern, Federn etc. Einfach alles, was sie in der Voliere vorfinden. Ist das Nest fertig, werden 3-5 Eier, jeweils im Abstand von 2 Tagen, gelegt. Bereits nach Ablage des ersten Eies, beginnt die Henne mit dem Brüten. Das Männchen füttert sie nun ständig. Nach 13 Tagen schlüpft das erste Junge. Der Hahn füttert nun die Henne, die die Kropfnahrung an die Jungen weitergibt. Nach etwa einer Woche, setzen die Jungen den Kot über den Nestrand ab. Ab dem 16. Tag verlassen die Küken das Nest, werden aber noch bis zum 30. Tag vom Hahn gefüttert. Die Henne beginnt schon wieder mit der nächsten Brut.

 

 

 

Eine unserer Hennen ist zwar eine zuverlässige Nestbauerin und Brüterin, jedoch lässt sie dann die Jungen, nach dem Schlupf, gern im Stich. Dieses mal setzte sich von Anfang an auch eine zweite Henne mit ins gleiche Nest. Zusammen haben die zwei Hennen die Eier ausgebrütet. Nach dem Schlupf zog sich die richtige Mutter zurück und die Jungen wurden von den Adoptiveltern gross gezogen. Was es nicht alles gibt....!

 

Das Geschlecht ist bei den Kanarienvögeln schwer zu bestimmen. In der Balzzeit kann man beim erwachsenen Hahn durch wegblasen der unteren Bauchfedern eine deutliche Wölbung erkennen. Bei Jungtieren beginnen ab dem 40. Tag die Hähne mit Gesangsübungen. Vielfach merkt man aber erst ab dem dritten Monat, ob es sich wirklich um einen Hahn handelt. Aber auch nur, wenn er wirklich singt (trillert). Denn auch Hennen geben Töne von sich, ab und zu singt sie sogar wie ein Hahn. Aber das ist seltener der Fall. Wenn also ein Kanarienvogel richtig schöne Lieder singt, handelt es sich zu 98% um einen Hahn. Ein geübtes Auge, das die Vögel über lange Zeit beobachten konnte und auch mehrere Schlüpfe miterleben konnte, kann am Verhalten der Vögel feststellen, ob es ein Hahn oder eine Henne wird. Aber auch hier kann man sich nur auf sein Gefühl verlassen und liegt manchmal ganz falsch. 

 

Die Grundernährung besteht bei Kanarienvögeln aus ölhaltigen Sämereien. Eine gute Qualität erkennt man daran, dass sie glänzend, glatt und sauber ist. Die Sämereien kann man auch selber mischen. Es ist aber gut darauf zu achten, dass der Fettgehalt gering gehalten wird, dafür der Glanzsaatgehalt bis ein Drittel der Mischung ausmacht. (Kanariensaat). Einen weiteren Grossanteil bilden fetthaltige Sommerrübsen und Negersaat. Dann noch einen geringen Anteil von: Hafer geschält, Hanf, Weizen, Senegalhirse, Salatsamen, Mohn und Leisamen. Die Frischkost ist ebenfalls sehr beliebt bei Kanarien. Auch sie sollte jeden Tag angeboten werden!

 

Folgende Anzeichen, können auf eine Krankheit hinweisen:

Verklebte Augen, Flugunfähigkeit, hängender Flügel, schonen eines Beines (nicht beim Schlafen), dünnflüssiger Kot über mehrere Stunden, Frisst nicht, Atemnot (Vogel atmet mit geöffnetem Schnabel), ständiges Putzen, Kratzen oder nächtliche Unruhe.

Dies sind nur einige Angaben. Wenn man seine Vögel gut beobachtet fällt einem eine Krankheit schneller auf. Doch Vögel sind meister im Verbergen und Krankheiten werden oft er zu spät erkannt und die Hilfe des Tierarztes kommt zu spät.

 

Uns erfreuen unsere Vögel jeden Tag aufs Neue! Wir helfen gerne bei Fragen weiter - wenn wir können. Ab und zu haben wir auch Vögel abzugeben. Fragen Sie uns an!