Ernährung Wellensittich

Es gibt viele gute Fertig-Körnermischungen, die man im Handel kaufen kann. Diese sind aber meistens mit zu wenigen Vitaminen Versetzt oder die Wirkung hat bereits nachgelassen, da zu viel Licht dazu kam. Deshalb braucht es zu einer guten Ernährung auch immer Frischfutter, getrocknete Kräuter oder manchmal auch synthetisch hergestellte Vitamine. (Siehe hier: Ernährung für Vögel)

 

Jedoch ist es manchmal notwendig, dass die Ernährung umgestellt werden muss. Dies kann sein bei Krankheit, Allergien, Fettleibigkeit etc. Um hier richtig reagieren zu können, sollten einige Grundkenntnisse des Innenlebens des Vogels vorhanden sein.

Alle Vögel haben einen sehr raschen Stoffwechsel. Dies benötigen sie, damit sie fliegen können. Kaum haben die Vögel gefressen, wird durch die Muskelbewegungen, die nötig sind um fliegen zu können, die Energie gleich wieder verbraucht. Vögel in freier Natur verfetten deshalb nicht. Ist ein grosses Futterangebot in freier Wildbahn vorhanden, schlagen sich die Vögel regelrecht den Bauch voll, damit sie Energiereserven haben.

Diesen Instinkt haben unsere Ziervögel immer noch in sich. Besonders Wellensittiche neigen deshalb zu Fettleibigkeit. Werden sie bei uns doch meist mit (zu) vollen Körnerschalen verwöhnt. Der Vogel frisst und frisst, bewegt sich aber zu wenig, da er ja nicht viele Kilometer zurücklegen muss, bis er wieder etwas Fressbares findet. Das Fett lagert sich an, der Vogel wird noch träger und noch dicker. Gerne halten sich dann solche Vögel permanent neben den Futternäpfen auf, weil sie sich nicht mehr gut bewegen können. Dadurch können schwere Folgeschäden entstehen wie z.B. Leberschäden.

Dann hilft nur noch eine Diät. Das heisst, dass man die Futtermenge überdenken muss und die Körnermischungen auf deren Inhalt kontrollieren. Auch muss dafür gesorgt werden, dass sich der Vogel mehr bewegen muss. Doch aufgepasst; nie darf man einen Vogel einfach hungern lassen, damit er abnimmt! Bekommen sie zu wenig oder gar kein Futter können sie schnell verhungern. Es sollte eine Ernährungsumstellung stattfinden und für leichtes Bewegungstraining gesorgt werden.

Vor der Therapie ist ein Besuch beim Vogelkundigen Tierarzt sehr zu empfehlen. Dieser kann kontrollieren, ob der Vogel noch keine grösseren Organschäden durch die Fettleibigkeit davongetragen hat, wie zB Herzfehler, und diese dann mit Medikamenten behandeln.

Würde sich solch ein Vogel wieder plötzlich viel bewegen, da er an Gewicht verloren hat, könnte er einen Herzstillstand erleiden.

Doch auch bei kranken Vögel, die in Folge einer Krankheit geschwächt sind, Vögel mit Gicht oder Leberproblemen, sollte die Ernährung angepasst werden.

Ernährung für gesunde Wellensittiche

Wichtig ist eine samenreiche Körnermischung. Diese stellt das Hauptfutter dar. Es muss aber darauf geachtet werden, dass die richtigen Körner im richtigen Verhältnis angeboten werden. Die hier beschriebene Mischung ist für Vögel im alltäglichen Leben. Nicht für den Winter (bei Aussenhaltung) oder bei Brutvögeln. Diese brauchen evtl. ein fetthaltigeres Futter. Mehrmals in der Woche sollte, als Ergänzung, auch Frischfutter angeboten werden. Die manchmal wählerischen Piepser nehmen nicht jedes Grün an. Da hilft nur: ausprobieren, ausprobieren und nicht aufgeben. Macht es ein Vogel dann vor, versuchen es oft auch die Anderen.

 

 

Eine Grundmischung bei gesunden Vögeln könnte so aussehen:

 

40%     Glanzsamen     oder:     30% Glanzsamen
30% Silberhirse   25% Silberhirse
15%   Japanhirse   20% Platahirse (Senegal)
 5%   Hafer nackt   10% Japanhirse
 3%   Negersaat     5% Bluthirse
 3% Platahirse     5% Nackthafer
 3% Senegalhirse     5% Negersaat
 1% Hanf      

 

 

Ernährung bei Gicht

 

Auch Vögel können an Gicht erkranken. Die Harnsäure entsteht durch die Verdauung von Nahrungseiweiss. Diese Stoffwechselschlacke wird, durch die Nieren, aus dem Blut gefiltert und mit dem Urin ausgeschieden. Sind Nierenerkrankungen vorhanden, wird die Filterfunktion eingeschränkt und es entsteht zu viel Harnsäure im Blut. Diese lagert sich in Form von Kristallen in den Eingeweiden und Gelenken ab. Besonders in den Gelenken kann Gicht gut erkannt werden. Weissliche Knötchen (Gichtknoten) sind deutlich an den Gelenken sichtbar. Um die Schmerzen etwas zu lindern, können Medikamente aus der Humanmedizin verabreicht werden. Natürlich nur unter Anleitung eines Tierarztes. Geheilt werden kann Gicht leider nicht, aber die Symptome können so etwas abgeschwächt werden. Auch die richtige Ernährung kann einiges dazu beitragen.

Das Futter für Vögel mit Gicht sollte proteinarm sein, also wenig Eiweiss enthalten. Folgendes Futter ist besonders Eiweisshaltig:

·   Eifutter
·   Hafer
·   Hanfsamen
·   Japanhirse ist die Eiweissreichste Hirsesorte
·   Keimfutter

Wichtig ist auch, dass die Vögel genügend Flüssigkeit zu sich nehmen können. Durch viel trinken und durch verfüttern von Obst und Gemüse, welches einen hohen Wasser- oder Feuchtigkeitsgehalt hat. Dazu gehören:

· Apfel, Melone, Salatgurke, Lattich etc.,  frische Kräuter (die man auch anfeuchten kann), angefeuchtetes Körnerfutter (nicht gekeimtes!).

 

 

Ernährung bei Fettleibigkeit

 

Wie oben schon erwähnt, dürfen Vögel nicht hungern. Haben sie aber zu viel Speck zugelegt, sollte die tägliche Futtermenge reduziert werden. Bei normal gewichten Vögeln rechnet man pro Tag ca. 2 Teelöffel Körnerfutter. Bei einer Diät sollte diese Menge halbiert werden.  Jedoch sollte dafür viel Frischfutter angeboten werden. Diese enthalten wertvolle Vitamine und Mineralstoffe, die unverzichtbar sind,  besonders während einer Diät. Bieten Sie Gemüse, Küchenkräuter, wilde Beeren, Gräser und Obst an. Obst sollte aber nur einen kleinen Anteil ausmachen, da dies Fruchtzucker enthält.

Die Körnermischung sollte vielleicht auch auf deren Inhalt geprüft werden. Stark Fett- oder Ölhaltige Körner haben während der Diät nichts im Futter verloren.  Hanf, Nigersaat, Kardisaat, Sonnenblumenkerne, Mungbohnen und Leinsamen enthalten alle sehr viel Fett, auf sie sollte ganz verzichtet werden, während einer Diät.

Ausnahmen sollten gemacht werden, wenn die Vögel draussen leben und ein sehr kalter Winter herrscht. Da verbrauchen die Vögel auch viel mehr Energie. Dann darf die Mischung einen sehr, sehr kleinen Anteil an z.B. Hafer haben, oder die Tagesration wird etwas erhöht.

Knaulgrassamen enthalten viele Vitamine und Mineralstoffe und bieten eine tolle Beschäftigung, wenn der Vogel die Samen öffnen muss. Der geringe Fettgehalt spricht auch für das Knaulgras. Dies bekommt man auch bei guten Vogelfutter Lieferanten.

Das Keimfutter eignet sich auch hervorragend. Vitamin- und Mineralgehalte steigen beim Keimen,  der Fettgehalt sinkt sogar ein wenig.

Hirsekolben sollten  am Anfang der Diät nicht verfüttert werden, da sich die Vögel an ihr schnell überfressen. Doch später darf ab und zu ein Kolben gereicht werden.

Nun ist auch sehr wichtig, dass den Vögeln etwas mehr Bewegung verschafft wird. Lassen Sie die Vögel für das Futter „arbeiten“. Verstecken Sie es, hängen Sie es in höhere Äste, damit die Tiere klettern müssen. Wird Freiflug angeboten, kann das Futter ausserhalb des Käfigs angeboten werden. Man sollte Anfangs jedoch nicht allzu viel von dem Vogel verlangen, sondern es sanft angehen, damit sich der Vogel nicht überfordert oder gar nicht ans Futter kommt.

 

 

Ernährung bei leichten Leberproblemen

 

Eine Lebererkrankung kann nur ein Tierarzt feststellen. Diese Vogelpatienten brauchen eine fettarme und nährstoffreiche Ernährung.

Auf folgende fettreiche Samen sollte bei Leberproblemen verzichtet werden, oder nur ganz wenig verabreicht werden:

  • Sonnenblumenkerne
  • Leinsaat
  • Negersaat
  • Hanf
  • Kardisamen
  • Mohn
  • Raps
  • Sojabohne
  • Senfsamen
  • Mungbohnen

 

Viel frisches Gemüse, Küchenkräuter und verschiedene Wildgräser sollten auch täglich gereicht werden. Jedoch sollte auf Obst verzichtet werden, da dies zu viel Fruchtzucker enthält.

Des weiteren brauchen Leberkranke Vögel Futterzusätze und Ergänzungsmittel. Am besten fragen Sie Ihren Tierarzt, welche Mittel er empfiehlt. (Z.B. Amynin, Volamin, Lactolose-Sirup, Vitaminmischungen, Mariendistelsaat).

Dr. Harrison's Vogelfutter bietet sehr gute Mischungen zur Vogelernährung. Nicht nur bei Krankheiten. Das Futter besteht aus Pellets, die für verschiedene Bedürfnisse hergestellt wurden.

Auch wir können eine angepasste Mischung auf die Bedürfnisse Ihrer Vögel zusammenstellen. Fragen Sie uns an.