Ernährung Kanarienvogel

Ernährung Vögel
Ernährung Vögel

Mit guten Körnermischungen und Zusatzprodukten ist schon die halbe Vogelernährung gewährleistet.

Damit Ihr Kanarienvogel ein gesundes Leben hat, muss man die Ernährung seinen Bedürfnissen anpassen. Zuchtvögel, Jungvögel, Vögel, die das ganze Jahr in Aussenvolieren leben oder wenn die Mauser ihren Einzug hält, dann brauchen die Vögel spezielle Futterzusätze.

Ein gesunder Kanarienvogel braucht:

-      eine gute Körnermischung 


-      Keimfutter

-      Frischfutter wie Obst, Gemüse und Grünes

-      Kraft- bzw. Eifutter

-      Minerale und Spurenelemente

Fütterung der Jahreszeit anpassen:

Die Ernährung sollte der Jahreszeit angepasst werden.

Verfüttert man jeden Tag Frischfutter, wird der Bruttrieb angekurbelt. Deshalb sollte erst ab März täglich Frischfutter angeboten werden. Sonst kann es passieren, dass Kanarienvögel die im Hausinnern wohnen, bereits im Januar mit der Brut beginnen. Auf die richtige Ernährung in der Brutzeit, gehen wir im Kapitel „Nachwuchs / Zucht „ näher ein.

Körnermischung

 

Eine ausgewogene Körner-Grundmischung bieten viele Fachgeschäfte an. Diese sollten bestimmte Samen erhalten. Dazu gehören:

Kanariensaat, Rübsen, Nigersamen, Leinsamen, Haferkerne, Wildsamen, Periallasamen weiss, Hanfsaat.

Kaufen Sie jedoch keine allzu grossen Portionensäcke ein. Wird das Futter zulange gelagert, verliert es an Nährstoffen. Auch ist eine richtige Lagerung wichtig. Das Futter muss an einem trockenen, kühlen und nicht zu hellem Ort gelagert werden. Die Körner sollten in geschlossenen Behältern aufbewahrt werden, jedoch nicht luftdicht. Dazu eignen sich zB Boxen, in denen Waschmittel aufbewahrt werden kann. Natürlich darf vorher kein Waschmittel darin aufbewahrt werden!

 
Schlechtes Futter lässt sich gut erkennen. Faule Körner riechen penetrant, gesunde Körner sind geruchlos. Ein weisslich-grauer Belag deutet auf Schimmel hin. Jedoch muss man, um diesen zu erkennen, ganz genau hinschauen. Bei Ungeziefer sind die Körner verklumpt und weisse Spinnfäden überziehen die Körner. Am Besten wirft man einen befallenen Körnerbestand ganz weg. 

Die frische von Körnermischungen kann man testen, in dem man Keimfutter herstellt. Sicher die Hälfte, der angesetzten Körner, sollte keimen. Es sind jedoch nicht alle Körnerarten zum Keimen geeignet.

 

Kolbenhirse

 

Besonders Sittiche lieben alle Arten von Kolbenhirse. Egal ob rot oder gelb. Aber auch viele Kanarienvögel lieben es, an den Kolben rumzuknabbern. Die rote Kolbenhirse ist zwar etwas teurer als die gelbe, trotzdem sollte auch diese angeboten werden, da es Abwechslung bringt.

 

Keimfutter

 

Gekeimte Körner sind viel vitaminreicher und für jeden Vogel ein Leckerbissen. Es gibt spezielle Körnermischungen zum Keimen oder es kann auch die herkömmliche Körner-Grundmischung genommen werden. Zum Keimen kann ein spezielles Keimgerät genommen werden, die in vielen Gartenabteilungen zu kaufen sind, oder man geht wie folgt vor:

Nehmen Sie eine Handvoll Körner und waschen diese in einem Sieb gründlich mit Wasser. Danach wird das Sieb in eine mit Wasser gefüllte Schale gestellt. Die Körner sind knapp mit Wasser bedeckt. Das Sieb mit einem durchsichtigen Deckel versehen und an einen warmen und hellen Ort stellen. Alle 12 Stunden sollten die Körner gründlich gespült werden. Auch das Wasser in der Schale wird erneuert. Nach 1-2 Tagen sollte sicher ¾ der Körnermenge gekeimt sein. Dies deutet auf eine gute Körnermischung hin. Länger als zwei Tage sollten die Körner nicht im Wasser bleiben, sie setzen schnell Schimmel an. Nun können die Keimlinge in einem flachen Teller den Vögeln angeboten werden. Nach 3-4 Stunden sollten die Keimlinge, die nicht gefressen wurden, wieder entfernt werden. Keimfutter 1-2x wöchentlich anbieten.

 

Frischfutter

 

Frisches Grünfutter, Gemüse und Obst darf bei der Ernährung auf keinen Fall fehlen. Es muss jedoch darauf geachtet werden, dass das Frischfutter vor dem Verfüttern gut gewaschen wird oder man kauft gleich Bio Produkte. Anbieten sollten Sie das Frischfutter aber trocken. Besser ist es mehr Gemüse, als Obst anzubieten. Obst enthält teilweise viel Zucker und kann deshalb dick machen. Alle 2 Tage wird das Frischfutter sehr gut vertragen. 

Folgendes Frischfutter kann angeboten werden:
 

Obst

 

Apfel, Banane, alle Beerenarten, Birne, Kiwi, Mandarinenstücke, Kirschen, Trauben. Zitrusfrüchte wie Orangen sollten nur in geringem Mass angeboten werden.

 

 

Gemüse

 

Salatgurke, Fenchel, Karotten, gekochte (ohne Salz) Kartoffeln, Zucchini, Spinat, Chicoree, Eisbergsalat, Feldsalat, Huflattich, Zuckerhut, Endivien

 

 

 

Gräser für Vögel kann man sehr gut selber sammeln und sind volle Vitaminbomben und sorgen für Beschäftigung!
Gräser für Vögel kann man sehr gut selber sammeln und sind volle Vitaminbomben und sorgen für Beschäftigung!

Kräuter und Gräser:

 

Basilikum, Beifuss, Breitwegerich, getrocknete Brennesseln, Dill, Estragon, Gänseblümchen, Giersch, Hirtentäschel, Kerbel, Kerbel, Kresse, Löwenzahn, Petersilie, Pfefferminze, Ringelblume, Rosmarin, Salbei, Spitzwegerich, Sauerampfer, Thymian, Vogelmiere, Zitronenmelisse.

Kräuter mit hohem Gehalt an ätherischen Ölen sollten nicht zu häufig angeboten werden. Dazu gehören: Minze, Oregano, Rosmarin, Thymian und Salbei.

Natürlich kann man auch frische Gräser selber pflücken. Man sollte aber beachten, dass nur an sauberen, ungespritzen und ungedüngten Stellen gesammelt wird.

 

Eifutter

 

Eifutter sollte das ganze Jahr über angeboten werden. Während der Brutsaison und der Mauser ist es jedoch ratsam, die angebotene Menge zu erhöhen. Das wichtigste bei der Eifuttergabe ist das Eiweiss. Gutes Eifutter kann man in vielen Fachgeschäften kaufen. Da die Angebote vielfältig sind, sollte man darauf achten, dass der Anteil an Methionin und Lysin hoch sind. Je höher der Anteil, desto besser für die Vögel.

 

Für Kranke Vögel ist Eifutter jedoch nicht immer sinnvoll. Wenn sie an Nierenkrankheiten oder Gicht leiden, wird das Eifutter nicht besonders gut vertragen. Auch kann das Futter den Bruttrieb steigern. Deshalb auch diesen Vögeln nicht allzu viel Eifutter verabreichen.

Möchte man das Eifutter selber herstellen, darf es nur ganz frisch verfüttert werden. Das Eifutter besteht aus einem Qualitätsei das gut hartgekocht wird, darunter mischt 3 kleine, zerkleinerte Scheiben Zwieback und Körnerfutter darunter. Im Internet gibt es noch viele weitere tolle Rezeptvorschläge.

 

 

Kraft- und Aufzuchtfutter

 

Nach einer Krankheit oder wenn Vögel lange brüten, verlieren sie gerne Gewicht. Um feststellen zu können, wieviel der Vogel abgenommen hat, muss man das Normalgewicht kennen. Man sollte deshalb den Vogel auch einmal auf die Waage stellen, wenn er nicht krank ist. Da eine Gewichtsabnahme gefährlich für die Vögel werden kann, sollte darauf geachtet werden, dass sie schnell wieder ihr Normalgewicht erreichen. Dazu sollte man ihnen ein Kraftfutter anbieten.

Es gibt gute Fertigmischungen die reich an pflanzlichen Eiweissen, Vitaminen, Mineralien, essentiellen Aminosäuren und Honig angereichert sind. Selber kann das Kraftfutter auch hergestellt werden. Traubenzucker oder Honig ins Trinkwasser, ölhaltige Sämereien, milchfreier Babybrei (Obst-Getreide-Brei), gekochte, ungesalzene Kartoffeln, Eifutter, Babybrei und eingeweichte Haferflocken. Auch für einen hohen Vitamin- und Mineralgehalt muss gesorgt werden. Grosse Energielieferanten sind Obst und Gemüse.

 

Zusätzliche Vitamine

 

Bei einer gesunden und ausgewogenen Ernährung braucht ein Kanarienvogel keine Vitaminpräparate. Doch bei Krankheiten oder auch sehr starker Mauser, kann es manchmal sehr hilfreich sein, zusätzliche Vitamine anzubieten. Von Selbstexperimenten sollte abgesehen werden. Deshalb sollten fertige Vitaminmischungen in Form von Tropfen oder Pulver beim Tierarzt oder in einem Zoofachgeschäft gekauft werden. Vitamine sind wasserlöslich und können deshalb dem Trinkwasser beigefügt werden.

 

 

Grit und Kalk

 

Kalk ist für Vögel – genauso wie Grit - lebensnotwendig. Kalk kann man in Form von Sepiaschalen anbieten oder als Kalksteine. Sie dienen nebenbei auch noch zur Beschäftigung der Vögel und werden meistens sehr gerne angenommen.

Darüber hinaus wird auch noch der Schnabel etwas abgewetzt.

Aus dem Vogelsand picken die Kanarien kleine Steinchen – Grit -, die bei der Verdauung notwendig sind. Vögel besitzen keine Zähne, dafür einen Muskelmagen. In diesem Magen wird das Futter, mit Hilfe der Gritsteine, zermahlen. Dies dient der optimalen Verdauung.

Grit und Kalk sind wichtige Mineralien Lieferanten.

 

 

Trinkwasser / Wasser

 

Trinkwasser ist für Kanarienvögel lebensnotwendig. Es sollte täglich immer frisch angeboten werden. Bei unserer guten Wasserqualität ist es völlig ausreichend, normales Hahnenwasser zu nehmen. Jedoch ist es sehr wichtig, dass das Trinkgefäss täglich mit heissem Wasser und einer Bürste gereinigt wird. Ist das Wasser verschmutzt, setzen sich Keime im Gefäss nieder, welche zu Krankheiten bei den Vögeln führen können.

Da Kanarienvögel leidenschaftlich gerne Baden, sollte auch immer eine Badegelegenheit angeboten werden. Ich empfehle, dass ein flache Schale oder ein herkömmliches Badehäuschen zum Baden angeboten wird, und ein separates Trinkgefäss, indem die Vögel nicht Baden können. Durch das Baden der Vögel wird das Wasser verschmutzt. Somit soll auch dieses Wasser täglich (evtl. mehrmals) frisch angeboten werden. Auch das Badegefäss immer heiss reinigen, da die Vögel auch gerne daraus trinken.

 

 

Strengstens verboten

 

Strengstens verboten sind alle gewürzten Lebensmittel, salziges, Wurst, Käse, alle Zwiebelartigen, Fette aller Art, Süssigkeiten, Alkohol und Kaffee. Falls ein Vogel aber mal ein Stück Nudel oder Brot erwischt, ist dies aber nicht tragisch.

 

Kanarienvogel
Kanarienvogel mit Eifutter