Ernährung für Vögel

Wellensittich Aussenvoliere
Wellensittiche an Hirsekolben

Falsche Ernährung und eine nicht artgerechte Haltung sind die häufigsten Ursachen für Krankheiten bei Ziervögeln. Deshalb ist es wichtig, seine Vögel gesund zu ernähren. Ich beschreibe auf diesen Seiten die Ernährung von Wellen-, und Nymphensittichen.

Bei Wellensittichen und Nymphensittichen besteht die Grundnahrung aus Samen und Körnern.

Fertigmischungen haben aber oft zu wenig Vitamine oder sie gehen verloren, wenn das Futter zu lange dem Licht ausgesetzt ist. Deshalb sollte unbedingt auch Grünfutter, Gemüse, Obst, Gräser, Beeren und frische/getrocknete Kräuter angeboten werden. Mineralstoff- und Gritsteine ergänzen das Ganze.  Zusätzliches Eiweiss kann in der Brutphase gereicht werden.


Folgende Nahrungs- bzw. Ergänzungsmittel gehören in jede Voliere:


Grundernährung / Fertigmischungen

Grundernährung

Auf was sollte man achten, wenn an eine neue Fertigmischung kauft. Ein grosses Problem vieler Vögel ist die Verfettung. Besonders Wellensittiche neigen zu starker Verfettung! Vögel wissen nicht, was ihnen nicht gut tut, sondern merken nur, was ihnen besonders gut schmeckt. Deshalb muss der Besitzer gut darauf achten, was er seinem Vogel anbietet.

Bei Fertigfuttermischungen ist nicht nur auf eine grosse Auswahl an verschiedenen Samen zu achten, sondern auch auf den Fettgehalt dieser. Sonnenblumenkerne zum Beispiel sind sehr beliebt bei Sittichen, ihr Fettanteil ist aber leider auch sehr hoch. Deshalb sollte der Anteil von Sonnenblumenkernen in einer Fertigmischung nicht höher als 3% sein oder sogar - je nach Vogelart und -Haltung - weggelassen werden. Sonst nehmen die Vögel zwar viel Fett auf, haben aber einen Mangel an Vitaminen und Kalzium. Kanarienvögel hingegen haben einen grösseren Bedarf an fetthaltigen Sämereien, bei ihnen kann der Anteil an Nigersaat auch etwas höher sein. 

Folgende Samen erhalten alle sehr viel Fett:

Erdnüsse, Leinsamen, Sonnenblumenkerne, Walnuss, Kokosnuss, Pekanuss, Sojabohne, Erbse, Nigersaat, Kardisamen. Es gibt aber "gesunde" Fette und weniger gesunde. Dazu später mehr...

Auch darf man die physiologische Situation der Tiere nicht vergessen. Stress, Mauser, Legetätigkeit, Wachstum, Aussenhaltung im Winter etc., all diese Vögel benötigen mehr Energie. Um eine optimale Ernährung zu garantieren muss der Nährstoffbedarf und das Fressveralten der einzelnen Arten berücksichtigt werden. 

 

 

Körner Mischungen / Sämereien

Es gibt viele gute, fertige Körnermischungen in Fachgeschäften zu kaufen. Eine gute Qualität erkennt man daran, dass die Körner glatt und sauber sind. Glänzend müssen sie nicht unbedingt sein, denn dies deutet darauf hin, dass die Körner mit Öl behandelt wurden. Diese Körner verderben schneller, besonders wenn sie noch der Luft ausgesetzt werden.

Es ist sehr wichtig, dass die Qualität geprüft ist, denn verschimmeltes oder von Schädlingen befallenes Futter kann zu schweren Verdauungsstörungen und Krankheiten führen. (Lungen- oder Leberschäden). Die Zusatzstoffe sollten auch genauer betrachtet werden. So sollte auf gar keinen Fall Zucker enthalten sein!!

Die Sämereien kann man auch selber mischen. Es ist aber darauf zu achten, dass von jeder Samenart die richtige Menge dazu gemischt wird. Einzelne Vogelarten unterscheiden sich da sehr. Die richtige Zusammensetzung des Futters für Wellensittiche, Nymphensittiche und Kanarienvögeln finden Sie auf den Unterseiten: Ernährung Wellensittich, Ernährung Nymphensittich.

 

Kolbenhirse

Kolbenhirse sollte auch regelmässig angeboten werden. Sie werden allgemein geliebt. Diese darf man ruhig hängen lassen, bis sie völlig abgeknabbert sind. Jedoch sollten sie nicht täglich angeboten werden. Sonst müssen sie von der täglichen Futtermenge abgezogen werden. Wird Kolbenhirse an verschiedenen Orten aufgehängt, werden die Vögel auch beschäftigt.

Grit

Auf Grit darf auf keinen Fall verzichtet werden. Sie dienen den Vögeln als Verdauungshilfe, da sie einen Mahlmagen besitzen. In diesem Magen werden Samen etc. und durch Grit gemahlen und dann verdaut. Deshalb ist es sehr wichtig, dass Vögel täglich Grit zur Verfügung haben. Dieser Bedarf kann durch Anbieten von Grit Steinen (besonders bei grösseren Vögeln, wie Sittichen sehr beliebt) und von Vogelsand gedeckt werden. Den Vogelsand sollte man aber nicht nur am Boden anbieten, da er dort zu schnell durch Kot verunreinigt wird. Auf speziellen Futterbrettern oder in kleinen Schalen kann der Sand auch sehr gut angeboten werden.

 

Keimfutter

Ein wichtiges Nahrungsmittel ist auch das Keimfutter. Auch hier gibt es spezielle Mischungen oder man nimmt die alltägliche Körnermischung. Bei der alltäglichen Körnermischung ist darauf zu achten, dass z.B. Negersaat schnell Schimmel ansetzt. Auch beginnen nicht alle Körnerarten zu keimen. Zur Keimung kann man beliebige Schalen nehmen oder spezielle Keimautomaten. Innert ca. 3 Tagen haben die Samen gekeimt und können - nachdem sie mit Wasser abgespült wurden - verfüttert werden. (Vorsicht vor Schimmelbildung, während der Keimzeit!). 2-3 mal in der Woche geniessen so die Vögel ein sehr hochwertiges Vitaminfutter, denn die Vitamine werden viel besser freigesetzt, wenn die Körner gekeimt haben, als wenn die Samen trocken angeboten werden. An heissen Tagen sollte - wegen rascher Schimmelbildung - auf Keimfutter ganz verzichtet werden oder nach ein paar Stunden wieder entfernt werden.

 

(Wild-)Kräuter, Gräser etc.

Über die Sommermonate kann den Vögeln vieles aus der Natur angeboten werden. Das kann aus frischen Kräutern, Blättern und Gräsern bestehen. Beim Sammeln sollte jedoch streng darauf geachtet werden, dass alle Pflanzen frei von chemischen Spritzmitteln sind. Das Sammeln an Wegrändern und Strassen sollte immer viermieden werden. Auch Früchte und Gemüse sollten vor der Verabreichung gewaschen werden. Im Winter eignen sich getrocknete Gräser und Kräuter bestens für das Einmischen in das Grundfutter. Zerkleinern sollte man die Kräuter nicht schon Wochen vor der Verabreichung, die Vitamine und Mineralstoffe gehen sonst schneller verloren.  

Gemüse / Obst

Frisches Gemüse und Obst sollten mehrmals wöchentlich oder sogar täglich angeboten werden. Das Obst sollte nur in kleineren Mengen angeboten werden, da sie sehr viel Fruchtzucker enthalten. Wie man es anbietet hängt von den jeweiligen Vögeln ab. Einige lieben es als grössere Stücke angeboten, anderen muss es zuerst klein gehäckselt werden. 

Um sie an Frischfutter zu gewöhnen, kann unter/über das klein gehäckselte Frischfutter Körner gestreut werden. So nehmen die Vögel mit den Körnern auch immer etwas Frischfutter auf.


Futterpflanzen


Löwenzahn, Vogelmiere, Breitwegerich, Spitzwegerich, Brennnesseln, Sauerampfer, Beifuss, Knöterich, Gänsedistel, Greiskraut, Wegwarte, Ackerschachtelhalm, Nachtkerze, Malve, Eibisch etc., versch. Gräser z.B. Knaulgras, Raygras

Gemüsesorten


Karotte (gerne mit Grün), Gurke, Chicorée, Fenchel, Zucchini, Spinat, Endivien- & Feldsalat, Lattich,  Tomaten, Sellerie, Lattich, Paprika

Obst


Apfel, Birne, Traube, Pfirsich, Aprikose, Mandarine, Orange, Melone, Brombeere, Himbeere, Kirsche, Eberesche, Feuerdorn, 

Kräuter/Samen


Alle gängigen Küchenkräuter wie Basilikum, Petersilie, ThymKano, Majoran etc.. An Samen können Fenchel, Kleesamen, Nackthafer, Leinsamen, Perilla, Fonio Pady, Hagebuttenkerne, Sellerisamen etc.


Die Frischfutterreste von Gemüse und Obst sollten nach einem Tag entfernt werden!

 

Zweige

Frisch von ungespritzten Bäumen mit Blättern und Knospen sind dies Leckerbissen für alle Vögel. Es ist jedoch darauf zu achten, dass die Zweige nicht durch Kot von fremden Vögeln verunreinigt sind. Man kann sie nass machen und feucht anbieten. Dies lieben Sittiche um darin zu duschen! Jedoch sollten die Zweige nicht gewaschen oder geschrubbt werden. So gehen wertvolle Inhaltsstoffe verloren!

Obstbäume, Ahorn, Buche, Birke, Holunder, Kiefer, Ulme, Fichte, Weiss- & Schwarzdorn, Heidelbeere, Hasel, Weide, Forsythie...

Vitaminzusätze

In der Mauser, Brutzeit, bei Kälte oder Stresszeiten, sollte besonders auf einen guten Vitaminhaushalt geachtet werden. Dies ist mit der Frischfutter Gabe meist gewährleistet. Es gibt bestimmte Gemüsesorten/Kräuter, welche dann vermehrt angeboten werden können. Salatgurke zum Beispiel ist sehr gut für die Federbildung. Ackerschachtelhalm hat einen sehr hohen Kieselsäure Gehalt. Kieselsäure ist für das Skelett, Bindegewebe, die Krallen und Federn unerlässlich. Auch die Brennnessel ist eine wahre Nährstoffbombe. 

Auf unnatürliche Vitaminzusätze sollte nach Möglichkeit verzichtet werden. Ausser auf Anraten eines Vogelkundigen Tierarztes!

 

Mineralien und Spurenelemente

Calcium, Phosphor, Kalium und vieles andere holen sich die Vögel aus Sepiaschalen, Grit, gekochten-zerriebenen Eierschalen, Mineralsteinen, Sand und Erde. All dies wird ihnen ständig angeboten. Es sollte immer sauber sein und keines davon darf in einem guten Vogelheim fehlen!

 

Trinkwasser

Das Trinkwasser ist sehr, sehr wichtig! Auch wenn man das Gefühl hat, teils Vögel trinken nie. Andere dagegen aber sehr gerne.

Ist die Wasserqualität gut, kann man bedenkenlos Leitungswasser anbieten. Um den Chlorgehalt zu mindern, lässt man das Wasser etwas abstehen. Ist die Leitungswasserqualität sehr schlecht, sollte auf kohlensäurefreies Mineralwasser ausgewichen werden. Es ist sehr wichtig, dass das Trinkwasser nicht durch Kot verschmutzt wird und die Behälter jeden Tag mit Bürste und heissem Wasser gereinigt werden. Ab und zu kann das Wasser auch etwas angesäuert werden, das heisst, etwas Obstessig dazu giessen.

 

Strengstens verboten

Strengstens verboten sind alle gewürzten Lebensmittel, Salziges, Wurst, Käse, Fette aller Art, Süssigkeiten, Alkohol und Kaffee. Falls ein Vogel mal ein Stück Nudel oder Brot erwischt, ist dies aber nicht tragisch.