Die Gesundheit der Vögel

Zur Gesundheitserhaltung des Vogels können wir einiges dazu beitragen. Wenn wir bestimmte Vorkehrungen treffen, helfen wir dem Vogel, länger gesund zu bleiben. Folgende Punkte sollten vermieden werden:

.       Haltung ohne Artgenossen

.       Falsche Partner

.       Ständiger Stress (z.B. durch Mitbewohner, Haustiere etc. )

.       Falsche Gruppenzusammenstellung

·       Zugluft 
·       Zu niedrige oder zu hohe Luftfeuchtigkeit 
·       Rauchige Luft 
·       Falsche Ernährung 
·       Schlechtes Futter 
·       Zuwenig Vitamine und Spurenelemente 
·       Unsaubere Haltung 
·       Zuviel Stress, z.B. durch zu lauten Fernseher
·       Ständiges verschieben der Voliere 
·       Direkte Sonnenbestrahlung 
·       Ein neuer Vogel sollte nicht ohne Quarantänezeit in die Voliere gesetzt werden

 

 

Krankheiten erkennen

 

Trotz aller Vorsorge kann es passieren, dass ein Vogel krank wird. Vögel sind Spezialisten im Krankheiten verbergen. Deshalb sollte man sie gut beobachten, damit eine mögliche Krankheit so früh als möglich bemerkt wird.

  • Sind die Krallen zu lang? Dann müssen wir dafür sorgen, dass sie gekürzt werde. Am Besten lässt man sich dies das erste Mal durch einen Tierarzt zeigen.
  • Ist der Schnabel zu lang? Diesen sollte auf jeden Fall nur der Tierarzt kürzen. Er würde auch feststellen, weshalb der Schnabel zu lang ist. Es könnte z.B. eine Mangelerscheinung sein.
  • Sind der Schnabel, die Augen und die Kloake sauber? Sollte eines dieser Körperteile über mehr als zwei Tage verschmutz oder verklebt sein, sollte sofort ein Tierarzt aufgesucht werden. 
  • Einige Vögel, wie der Kanarienvogel, schlafen auf einem Bein. Schläft der Kanarienvogel viel auf beiden Beinen, tagsüber, und ist das Gefieder aufgeplustert? Dies deutet auf Schmerzen hin.
  • Wippt der Vogel ständig mit dem Schwanz? Er hat Schmerzen.
  • Sitzt der Vogel mehr als sonst? Ist er träge oder sitzt gar am Käfigboden? Dann sollte sofort ein Tierarzt aufgesucht werden.
  • Kratzt sich der Vogel auffällig viel? Er könnte einen Parasitenbefall haben - Tierarzt aufsuchen.
  • Ist das Gefieder in irgendeiner Art verändert, wie zum Beispiel kahle Stellen, abgeknabberte Federn oder es fehlen sogar ganze Partien, wie Schwanz oder Schwungfedern? Die "normalen" Mauser ist innert kurzer Zeit vorüber und ist keine Krankheit. Erholt sich das Gefieder jedoch lange nicht, könnte eine Krankheit dahinter stecken - Tierarzt.

Dies können alles Krankheitszeichen sein. Es sollte schnellstmöglich ein Tierarzt aufgesucht werden.

Da Vögel Krankheiten lange verbergen, sollte man sofort handeln, wenn einem eine Veränderung auffällt. Ist der Vogel bereits durch die Krankheit geschwächt, werden seine Energiereserven schnell verbraucht und es geht ihm rapide schlechter. 

Wichtig: Es sollte immer nur ein vogelkundiger Tierarzt aufgesucht werden!!


Einen Vogel richtig halten:

 

Den Kopf mit zwei Fingern halten. Bei grösseren Vögeln kann es von Vorteil sein, wenn der Hinterkopf mit dem Zeigefinger, der Kopf mit dem Mittelfinger und dem Daumen fixiert wird.

So kann der Vogel nicht beissen.

Man sollte ruhig bleiben! Unruhe überträgt sich auf den Vogel, welcher sicher schon genug Angst hat.

 


 

Vorgehensweise bei einem Krankheitsfall:


Kann man nicht sofort einen Tierarzt aufsuchen, sollte der Vogel separiert werden, damit er absolute Ruhe hat. Am besten sucht man, schon bevor ein Notfall eintrifft, die Adresse eines Vogelkundigen Tierarztes heraus. So verliert man nicht auch noch damit wertvolle Zeit.

Als erstes sollte für den kranken Vogel ein separater Käfig vorbereitet werden. Dieser sollte an einen ruhigen Ort gestellt werden. Drei Seiten sollte man mit einem Tuch abdecken, damit der Vogel Ruhe hat. 

Eine Wärmelampe/Dunkelstrahler sollte installiert werden, ausser wenn der Vogel Krämpfe hat. Vögel kriegen kein Fieber, sondern ihre Körpertemperatur fällt bei Krankheit ab. Aber immer daran denken, dass die Lampe Vorschriftsgemäss angebracht wird. Auch sollte der Vogel immer die Möglichkeit haben, sich ausserhalb der Wärme aufhalten zu können, falls es ihm zu warm ist. Wenn es dem Vogel später wieder besser geht, sollte die Temperatur langsam reduziert werden. Also die Lampe immer etwas mehr entfernen.

Hat man keine Wärmelampe zuhause, kann man auch ein Heizkissen oder eine Wärmeflasche anbieten. Diese wird auf den Käfigboden gelegt. (Vorsicht vor Verbrennungen !!). Ausserdem ist auch für eine hohe Luftfeuchtigkeit zu sorgen. Dies kann man mit einem speziellen Gerät oder mit einem feuchten Tuch, welches über den Käfig gelegt wird, erreichen.

Der kranke Vogel sollte nun eingefangen werden. Dies sollte so stressfrei wie möglich passieren. Den Raum kann man abdunkeln und nur ein blaues oder rotes Licht brennen lassen. So sieht der Vogel nicht so gut. Für das Einfangen verwendet man ein Tuch oder ein spezielles Vogelnetz. Den Vogel vorsichtig und sanft in die Hand nehmen. Wenn man ihn in der Hand hält, kann man ihn gleich etwas näher ansehen. Ist die Kloake sauber, wie sieht das Gefieder aus, sind die Augen verklebt etc.. Durch vorsichtiges Abtasten des Brustbeins kann man erkennen, ob der Vogel abgemagert ist. Steht es spitz hervor, ist dies der Fall. Liegt eine Blutung vor, sollte diese sofort gestoppt werden. Kleinere Vögel verbluten sehr schnell. Mit Eisenchlorid oder Wasserstoffsuperoxid kann eine Blutung gestoppt werden. Trotzdem sollte rasch der Tierarzt aufgesucht werden.  
 
Es ist von Vorteil, wenn man sich bereits im Vorfeld einen guten, Vogelkundigen Tierarzt sucht. So spart man im Notfall viel Zeit.  

Für den Transport empfehle ich eine spezielle Transportbox. Diese sollte wenig Licht einlassen und wenn möglich keine Gitterstangen haben, da sich der Vogel sonst an diesen verletzen könnte. Hat man aber nur eine Box mit Gittern, können diese auch mit Haushaltpapier innwendig abgedeckt werden. Sitzstangen sollten wegbleiben, da diese auch wieder zu Verletzungen führen können. Am besten wird die Transportbox nur mit Haushaltpapier ausgelegt. So kann der Tierarzt den Kot des Tieres kontrollieren.

Für den Transport sollte die Box mit einem Tuch abgedeckt werden. So schützt man den Vogel vor Stress, Zugluft, Feuchtigkeit und Kälte.

Sind mehrere Vögel krank, sollten alle mitgenommen werden.

 

Beim Tierarzt

Damit der Tierarzt sich ein schnelleres Bild der Krankheit machen kann, wird er Ihnen einige Fragen stellen. Diese können sein:

.   Wie alt ist der Vogel? 
.   Welches Geschlecht hat er? 
·   Welches Anzeichen zeigte der Vogel? Durchfall, Atemnot etc.

·   Wie lange zeigt er schon Krankheitsanzeichen? 
·   Lebt der Vogel drinnen oder draussen? 
·   Hat er im Haus Freiflug? 
·   Könnte er an etwas giftigem geknabbert oder giftige Dämpfe eingeatmet haben? 
·   Was bekommt er zu fressen und trinken? 
·   Brütet der Vogel gerade oder hat er schon einmal gebrütet? 
·   Welche Arten und wie viele andere Vögel leben bei ihm? 
·   Zeigen die anderen Mitbewohner auch Krankheitsanzeichen?

Hat der Tierarzt seine Diagnose gestellt, kann es sein, dass man dem kranken Vogel Medikamente eingeben muss.  Man sollte sich immer genauestens an die Anweisungen des Tierarztes halten.

Oft muss der Patient dann Tropfen ein- bis zweimal Täglich einnehmen. Verabreicht man die Medikamente übers Futter oder Trinkwasser ist nicht sichergestellt, ob der Vogel das Medikament auch genommen hat. Deshalb ist der sicherste Weg, dass dem Vogel die Tropfen mit einer Plastikspritze (ohne Nadel) oder mit einer Pipette eingegeben wird.

Am besten nimmt man den Vogel mit einem Tuch in die Hand. So bekommt der Vogel nicht Angst vor der Hand. Dies bedeutet aber auch immer Stress für das Tier, ist jedoch oft unumgänglich. Deshalb ist es auch empfehlenswert, den kranken Vogel in einem Käfig unterzubringen, wenn er sonst in einer Flugvoliere wohnt. So kann man ihn schneller einfangen und die anderen Vögel haben auch keinen Stress.

Die Pipette führt man an die hintere Schnabelecke, meist öffnet der Vogel dann von selbst den Schnabel, dann kann man die Tropfen vorsichtig einflössen.

Kranker Kanarienvogel
Kranker Kanarienvogel

Dieser Kanarienvogel zeigt deutliche Krankheitszeichen:

  • er sitzt nur noch auf dem Boden
  • das Gefieder sieht sehr schlecht aus
  • er schläft sehr viel

 

Mit ihm sollte dringend ein vogelkundiger Tierarzt aufgesucht werden.